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Rosinenpicken

Das selektive Betrachten von Fakten welche die eigene Position oder Weltsicht unterstützen, bei gleich­zeitigem Ignorieren von solchen, die diesen widersprechen.

Andere Namen

  • Halbwahrheiten
  • Lying by omission
  • Cherry picking

Beschreibung

Das Rosinenpicken ergibt sich aus der als „Bestätigungsneigung” bezeichneten kognitiven Verzerrung, die das Phänomen beschreibt, dass man Informationen und Argumente, welche die eigene Meinung oder Haltung unterstützen, als wichtiger und relevanter bewertet, als solche, die diesen widersprechen.

Wird ein Argument aber wider besseren Wissens mit selektiv ausgewählten Fakten untermauert, ist dies unredlich, insbesondere wenn der Redner darauf spekuliert, damit einen Teil der Zuhörerschaft, die derselben Bestätigungsneigung unterliegt, auf seine Seite ziehen zu können.

Einschränkung

Nicht unredlich (aber natürlich ein Denkfehler) ist ein solches Argument, wenn der Redner selbst „Opfer“ seiner Bestätigungsneigung geworden ist, und es im guten Glauben vorbringt.

Im Zweifelsfall sollte seinem Gegner daher kein unredliches Motiv unterstellen, sondern von einem solchen Fehler ausgehen und ihn freundlich und sachlich korrigieren.

Beispiele

Klimawandel

An einer Wetterstation in Kanada werden seit Jahren immer niedrigere Temperaturen gemessen.
Also ist die Theorie von der globalen Erwärmung widerlegt.

Was der Redner hier verschweigt: praktisch alle Wetterstationen messen in den letzten Jahren deutlich erhöhte Temperaturen. Wenn es irgendwo aufgrund von lokalen Begebenheiten zu einem Temperaturrückgang kommt, widerlegt dies nicht den allgemeinen Trend.

Wirksamkeit von Homöopathie

Wenn es um die Wirksamkeit von Homöopathie geht, wird von Anhängern dieser Be­hand­lungs­methode oft auf einzelne Studien ver­wiesen, die an­geblich ihre Wirk­sam­keit belegen.

Was hierbei meist ver­schwiegen wird, ist dass es weit­aus mehr Studien gibt, die belegen, dass bei einer Be­hand­lung mit ho­mö­o­path­ischen Mitteln, ab­ge­sehen vom Pla­ce­b­oef­fekt, kein­er­lei Wirk­ung nach­weis­bar ist.

Hinweis: auch bei Wirk­sam­keits­stud­ien, die strengen wis­sen­schaft­lichen An­forder­ungen ge­nügen, kommt es mit einer ge­wissen Wahr­schein­lich­keit zu „falschen“ Er­geb­nis­sen ( 𝑝-Wert), wes­wegen eine um­fas­sende Sicht­ung der Stu­di­en­lage not­wendig ist, um ein sinn­vol­les Ur­teil fällen zu können.

Siehe auch

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