Abstraktionsfehler
Der Gebrauch von Begriffen und Konzepten auf einem ungerechtfertigten Abstraktionsniveau.
Beispiel:
Mutter Natur kümmert sich um ihre Kinder.
Während nichts dagegen spricht, Begriffe wie „Mutter Natur“ in einem metaphorischen Sinn zu gebrauchen, begeht einen Denkfehler, wer aus einer solchen Metapher Dinge abzuleiten versucht, die nicht mehr rein metaphorisch sind. Die „Natur“ in diesem Beispiel ist ein abstraktes Gebilde, welches keinerlei Muttergefühle und auch keine Fürsorgepflichten für irgendwelche Wesen hat.
In diesem Themenbereich
- Der Fehler, abstrakte Konzepte so zu behandeln, als bezeichneten sie etwas Konkretes wird hier als Hypostasierung beschrieben.
- Ein Sonderfall davon ist die Verwechslung eines Symbols mit dem symbolisierten Objekt oder Phänomen. Darüber geht es unter dem Stichwort: „Semiotischer Irrtum“.
- Der Fehler, Menschen so zu betrachten oder sogar zu behandeln, als seien sie Dinge wird hier als Verdinglichung (von Menschen) bezeichnet.
- Wenn umgekehrt Pflanzen, Tieren oder auch unbelebten Dingen (z.B. Steinen oder Gewässern) menschliche Eigenschaften oder Attribute zugeschrieben werden, bezeichnen wir dies als Vermenschlichung.
- Wird (fälschlich) davon ausgegangen wird, dass etwas existiert, weil es eine Bezeichnung dafür gibt, oder weil ein mentales Konzept davon existiert, bezeichen wir hier als Ontologische Fehlannahme.
Verwandte Themen
- Die Epistemische Fehlannahme ist praktisch das Gegenstück zur ontologischen: hier wird irrtümlich von der Existenz auf die Erkenntnis geschlossen