Kausalität
Beschreibt eine Ursache-Wirkung-Beziehung zwischen zwei Ereignissen oder Phänomenen, d.h. dass das eine vom anderen verursacht wird.
Ein Kurzschluss in einem Elektrogerät hat den Wohnungsbrand verursacht.
Es ist wichtig, den Begriff der Kausalität von dem der Korrelation abzugrenzen, welche sich auf ein gemeinsames Auftreten der Ereignisse oder Phänomene bezieht, jedoch keine Ursache-Wirkung Beziehung impliziert.
Andere Namen
- Ursache und Wirkung
- Kausation
Beschreibung
Grundsätzlich gilt, dass wenn Phänomene 𝚨 und 𝐁 gemeinsam (d.h. entweder gleichzeitig oder nacheinander) auftreten, die folgenden Möglichkeiten in Betracht gezogen werden müssen:
- 𝚨 verursacht 𝐁 (direkter Kausalzusammenhang).
- 𝚨 verursacht andere Ereignisse: z.B. 𝐂, 𝐃, etc, die wiederum 𝐁 zur Folge haben (indirekter Kausalzusammenhang).
- Ein drittes Ereignis 𝐂 verursacht sowohl 𝚨 als auch 𝐁 (externer Kausalzusammenhang).
- 𝐁 verursacht 𝚨 (umgekehrter Kausalzusammenhang).
- 𝚨 und 𝐁 sind überhaupt nicht kausal verbunden, sondern treten nur zufällig gemeinsam auf (Scheinkorrelation).
- 𝚨 und/oder 𝐁 sind Beobachtungsfehler und wenigstens einer der Phänomene tritt überhaupt nicht in der beschriebenen Form auf (z.B. Frequenzillusion, Prävalenzfehler, etc.)
Alleine daraus, dass 𝚨 und 𝐁 miteinander korrelieren, also regelmäßig gemeinsam auftreten, kann man jedenfalls nicht auf einen Kausalzusammenhang schließen.
Merke: Korrelation impliziert nicht Kausalität!
Sehr viel schwerer als zu bestimmen, was Kausalität nicht ist, ist es dagegen, tatsächlich eine positive Definition zu finden, welche alle Situationen einschließt. In der Folge gibt es in unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen oft deutlich unterschiedliche – in manchen Fällen sogar widersprüchliche – Definitionen für Kausalität. Diese können mal strenger (z. B. in der Physik) und mal weniger streng (z. B. in den Sozialwissenschaften) sein, aber gewöhnlich enthalten sie zumindest die folgenden Minimalanforderungen:
- Eine hohe Korrelation der Merkmale.
- Ein plausibler Wirkmechanismus.
- Eine nachvollziehbare zeitliche Abfolge der Ereignisse.
Nur zur Illustration, welche Probleme trotzdem noch mit einer naiven Anwendung dieser Kriterien verbunden sein können, sollte man einmal über das Bonmot nachdenken, dass der Hahn meine, wegen seines Krähens ginge die Sonne auf.
Unterstellt man dem Geflügel tatsächlich solche Reflexionsfähigkeiten, dann muss man zugestehen, dass sowohl eine hohe Korrelation zwischen dem ersten Krähen am Morgen und dem Sonnenaufgang, als auch – zumindest bei den Frühaufstehern unter ihnen – die zeitliche Abfolge für diese Interpretation spricht. Nur eben ein plausibler Wirkmechanismus dürfte recht schwierig zu finden sein.
Die umgekehrte Annahme, dass der Hahn tatsächlich in Erwartung des Sonnenaufgangs kräht, beschreibt dagegen zwar einen (etwas vagen) Wirkmechanismus, aber dafür die falsche zeitliche Abfolge.
Um eine Entscheidung zu treffen, welche Erklärung tatsächlich die plausiblere ist, muss man also zusätzliches Wissen über das Verhalten von Haus- und Hoftieren sowie die Planetenmechanik heranziehen.
Das ist kein großes Problem, wenn es „nur“ um möglicherweise gekränkte Egos im Geflügelstall geht. Aber es zeigt, dass eine allgemeine Theorie der Kausalität sehr viel komplexer sein müsste, als man es vielleicht zunächst erwarten würde.
Strikte Kausalitätsrichtung
In einem strikten Sinne wird oft nur die hier unter Punkt 1 genannte Kausalitätsrichtung („𝚨 verursacht 𝐁 “) als „echte“ Kausalbeziehung verstanden. Dies macht Sinn, wenn man bedenkt, dass andernfalls auch Aussagen wie die folgende eine gültige Kausalbeziehung beschreiben würden:
Das Ei fiel vom Tisch, weil es zerbrach.
Offensichtlich sind solche Aussagen nicht gültig. Ob eine solche Einschränkung aber in andern Zusammenhängen sinnvoll ist, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Im Beispiel oben haben wir ja schon gesehen, dass etwa „Der Hahn kräht, weil die Sonne bald aufgehen wird“ durchaus eine sinnvolle Kausalbeziehung ausdrücken kann.
Siehe auch
Weitere Informationen
- Kausalität auf Wikipedia
